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Material- und Verpackungskonzentration erhöhen Brandrisiko

Brandschutz in der Lagerhaltung

Mit zunehmendem Lagerbedarf und begrenzten Flächen entstehen immer größere und komplexere Lageranlagen. Neben klassischen Hochregallagern kommen zunehmend automatisierte Lagerlösungen zum Einsatz, die eine hohe Lagerdichte und effiziente Warenbereitstellung ermöglichen.

Die Kombination aus hoher Materialkonzentration, automatisierten Prozessen und eingeschränkter Zugänglichkeit stellt besondere Anforderungen an den Brandschutz. Eine frühzeitige Branderkennung und eine gezielte Brandbekämpfung sind entscheidend, um eine schnelle Brandausbreitung zu verhindern und Schäden zu begrenzen.

Icon "Lagerhaltung"

Zu schützende Güter und Anlagenkomponenten:

  • Lagergüter aller Art 
  • Verpackungsmaterialien und Ladungsträger 
  • automatisierte Lagertechnik und Fördertechnik 
  • Robotersysteme und elektrische Anlagenkomponenten

Brandrisiken in der Lagerhaltung

Material- und Verpackungskonzentration

Die hohe Konzentration von Materialien und Verpackungen auf engem Raum erhöht die Brandlast in modernen Lageranlagen.
Besonders Kunststoffbehälter, Verpackungsmaterialien sowie Lagergüter mit erhöhtem Gefährdungspotenzial – beispielsweise Produkte mit Lithium-Ionen-Batterien – stellen hohe Anforderungen an die Branderkennung und Brandbekämpfung.

 

Automatisierte Lagertechnik und eingeschränkte Zugänglichkeit

Automatisierte Lageranlagen stellen aufgrund ihrer Bauweise und technischen Ausstattung besondere Herausforderungen für den Brandschutz dar:

  • hohe vertikale Lagerstrukturen
  • begrenzte Zugänglichkeit für Einsatzkräfte
  • automatisierte Lagertechnik wie Förderanlagen, Shuttles und Robotersysteme 
  • elektrische Antriebe, Steuerungen & Ladestationen als potenzielle Brandentstehungsquellen
  • schnelle Brandausbreitung innerhalb dichter Lagerstrukturen
automatisiertes Hochregallager

Automatisiertes Hochregallager

Löschtechnik für Hochregallager

Hochregallager werden abhängig von Lagergut, Lagerhöhe und Nutzung mit unterschiedlichen Brandschutzkonzepten geschützt. Häufig kommen automatische Löschanlagen wie Decken- und Regalsprinkleranlagen zum Einsatz. Je nach Schutzkonzept und Anforderungen an die Brandbekämpfung können auch Löschmonitore eingesetzt werden. Sie ermöglichen eine gezielte Brandbekämpfung über größere Distanzen.

Bei besonderen Brandrisiken kann der Einsatz von Schaumlöschtechnik erforderlich sein. Durch die Zugabe von Schaummittel lässt sich die Löschwirkung bei bestimmten Brandarten gezielt verbessern.

Stationäre Zumischsysteme zum Löschen mit Schaum

Manche Brände lassen sich nur effektiv mit Löschschaum bekämpfen. Hierzu werden in Lageranlagen stationäre Zumischsysteme eingesetzt, die Löschanlagen zur Schaumerzeugung mit Premix versorgen.

Stationäres Zumischsystem zum Löschen mit Schaum, positioniert in sicherer Distanz zur Gefahrenzone

FireDos Zumischsysteme ermöglichen eine exakte Schaummittelzumischung und gewährleisten eine konstante Zumischrate. Sie sind für unterschiedliche Schaummittel geeignet und unterstützen eine sichere und effektive Brandbekämpfung.

Zumischsysteme

Robotergestützte Top-Load-Behälterlager – besondere Anforderungen an den Brandschutz

Robotergestützte Top-Load-Behälterkompaktlager sind eine spezielle Bauform automatisierter Kleinteilelager (AKL). Dazu zählen beispielsweise Cube-Storage-Systeme wie AutoStore®-Anlagen, die auch als Automated Storage and Retrieval Systems (ASRS) bezeichnet werden.

Bei diesen Systemen werden Lagerbehälter in einem dicht gepackten Raster neben- und übereinander angeordnet und durch autonome Roboter bewegt. Im Gegensatz zu klassischen Regallagersystemen und AKLs gibt es keine festen Lagergänge und keinen direkten Zugriff auf jeden einzelnen Behälter, da die Behälter in Stapeln gelagert und bedarfsgerecht durch die Roboter bereitgestellt werden.

Diese Technologie ermöglicht eine besonders hohe Lagerdichte auf geringer Fläche sowie schnelle und automatisierte Warenbereitstellung. Eingesetzt werden solche Systeme unter anderem in Industrie, E-Commerce, Ersatzteillogistik und Produktionsversorgung.

In robotergestützten Top-Load-Behälterlagern werden unterschiedlichste Waren gelagert – von Klein- und Ersatzteilen über elektronische Komponenten bis hin zu Produkten mit Lithium-Ionen-Batterien.

 

Aufgrund der speziellen Bauweise ergeben sich besondere Anforderungen an den Brandschutz:

  • sehr hohe Konzentration von Lagergut auf engstem Raum
  • überwiegender Einsatz von Kunststofflagerbehältern (Polyethylen/Polypropylen) als zusätzliche Brandlast
  • unterschiedliche Lagergüter mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, beispielsweise elektronische Komponenten oder Produkte mit Lithium-Ionen-Batterien
  • technische Komponenten wie Transportroboter und Ladestationen als mögliche Risikobereiche
  • schwer zugängliche Brandherde und eingeschränkte Möglichkeiten zur manuellen Brandbekämpfung; eine direkte Brandbekämpfung durch die Feuerwehr ist in der Regel nicht möglich.
Top-Load-Behälterlager

Top-Load-Behälterlager 

Löschmonitor an der Wand eines Top-Load Behälterlagers

Löschmonitor zur gezielten Brandbekämpfung

Infrarot-Kamera an der Decke eines Top-Load Behälterlager

Infrarot-Kamera zur frühzeitigen Erkennung von Wärmequellen

Automatisierte Brandbekämpfung in Cube-Storage-Systemen

Robotergestützte Top-Load-Behälterlager erfordern aufgrund ihrer speziellen Bauweise individuell geplante Brandschutzkonzepte. Neben etablierten Schutzmaßnahmen wie Sprinkleranlagen oder Sauerstoffreduktionsanlagen können Systeme zur gezielten Brandfrüherkennung und lokalisierter Brandbekämpfung eingesetzt werden.

In automatisierten Lageranlagen ermöglichen beispielsweise Infrarot-Kamerasysteme die frühzeitige Erkennung von Temperaturveränderungen und potenziellen Brandherden.

Löschmonitoranlagen können nach Auslösung eine gezielte, lokal begegrenzte  Brandbekämpfung ermöglichen – entweder automatisiert in Verbindung mit einer Brandfrüherkennung oder als Unterstützung für Einsatzkräfte im Brandfall.

Die Auslegung der Löschmonitoranlagen muss dabei individuell auf die Geometrie der Lageranlage abgestimmt werden. Insbesondere Reichweite, Treffgenauigkeit und Positionierung der Monitore sind entscheidend, um auch schwer zugängliche Bereiche sicher zu erreichen. Durch die häufig begrenzte Einbauhöhe zwischen Lagerrahmen und Decke müssen die Monitore strategisch positioniert und hinsichtlich Wurfweite und Wurfkurve optimal ausgelegt werden.

Entwicklung eines Brandschutzkonzepts für Lageranlagen: Das sollten Sie beachten

Ein wirksames Brandschutzkonzept berücksichtigt die individuellen Gegebenheiten der Lageranlage und stimmt die verschiedenen Schutzmaßnahmen aufeinander ab:

  • Art, Menge und Brandverhalten des Lagerguts
  • Bauweise und Geometrie der Lageranlage
  • Lagerhöhe, Lagerdichte und mögliche Brandabschnitte
  • Zugänglichkeit für Einsatzkräfte
  • vorhandene Lösch- und Sicherheitssysteme
  • Möglichkeiten zur Brandfrüherkennung und automatisierten Brandbekämpfung

Je nach Anforderung können unterschiedliche Löschtechnologien eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise automatische Löschanlagen, Brandfrüherkennungssysteme oder gezielt eingesetzte Löschmonitoranlagen. Auch die sichere Integration von Schaumlöschtechnik muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Stationäre Zumischsysteme können dabei außerhalb gefährdeter Bereiche installiert werden und versorgen Löschanlagen zuverlässig mit Schaummittel.

Anforderungen an die Auslegung von Löschmonitoranlagen

Bei der Planung von Löschmonitoranlagen sind insbesondere folgende Punkte entscheidend:

  • ausreichende Reichweite und Treffgenauigkeit entsprechend der Lagergeometrie
  • strategische Positionierung unter Berücksichtigung von Einbauhöhe, Hindernissen und Gefahrenbereichen
  • Steuerung über Fernauslösung oder automatisierte Systeme
  • Integration in bestehende Brandschutzkonzepte

Die Auswahl und Auslegung eines Löschmonitors hängt maßgeblich von den individuellen Betriebsbedingungen und der Anlagengeometrie ab. Mit dem FireDos Löschmonitor-Konfigurator können verschiedene Monitor- und Düsenkonfigurationen für Wasser oder Schaum geprüft werden. Nach Eingabe der Betriebsbedingungen lassen sich Reichweite, Höhe des Löschmittelstrahls sowie die entstehende Rückstoßkraft simulieren und als PDF ausgeben.

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